Ausstellungsraum 4: Exponate
   

Zwischen zwei Kriegen


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Am 12.11.1918 wurde die Republik Deutschösterreich ausgerufen. Der geplante Anschluss an das Deutsche Reich wurde von den Siegermächten des Ersten Weltkriegs untersagt. Ebenso wurde der Name "Deutschösterreich" verboten. Südtirol musste abgetreten werden, das Burgenland kam durch eine Abstimmung zu Österreich. Südkärnten blieb nach dem Abwehrkampf und der Abstimmung bei der jungen Republik, die viele als nicht lebensfähig erachteten.

Am 4.3.1933 legten alle drei Präsidenten des Nationalrates aus abstimmungstechnischen Gründen ihre Ämter nacheinander nieder. Drei Tage später erklärte Dollfuß, das Parlament habe sich selbst ausgeschaltet, und verhinderte unter Berufung auf das kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz aus dem Jahr 1917, dass es wieder zusammentreten konnte.

Aus der demokratischen Republik wurde der "austro-faschistische" Ständestaat. Die in Österreich illegalen Nationalsozialisten setzen dem Staat mithilfe ihrer Gesinnungsgenossen aus Deutschland zu. Den Aufruf Schuschniggs an das Volk zu einem Volksentscheid über die Unabhängigkeit Österreichs beantwortete Hitler mit sich überstürzenden Ultimaten, denen sich Schuschnigg am Abend des 11. März 1938 beugte: Er verzichtete auf Widerstand, "weil wir um keinen Preis (...) deutsches Blut zu vergießen gesonnen sind", trat zurück und übergab die Regierung dem von Deutschland namhaft gemachten Nationalsozialisten Seyß-Inquart. Am 13. 3. 1938 verkündete Hitler in Linz die "Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich".