Ausstellungsraum 4: Exponate
   

Glaubensspaltung im Abendland


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Die große Glaubensspaltung wurde durch Mißstände in der Kirche verursacht. Der schändliche Ablasshandel war einer der Gründe, die Martin Luther davon überzeugten, dass Bestrebungen zur Erneuerung der Kirche nötig seien.

Am 31. Oktober 1517 publizierte Luther 95 Thesen, in denen er den Ablasshandel angriff, durch den sich Gläubige von ihren Sünden freikaufen konnten. Dies war der Anfang der Reformation. In den Leipziger Disputationen kritisierte Luther das Papsttum als eine menschliche Institution und verneinte das Dogma der Unfehlbarkeit. 1521 wurde er exkommuniziert und später wurde über ihn die Reichsacht verhängt. Zu seinem Schutz brachte ihn Friedrich der Weise auf die Wartburg. Hier begann Martin Luther, das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche zu übersetzen.

Als Luther sah, dass seine Lehre zur Bildung von radikalen Gruppen und in den Ausbruch der Bauernkriege (1524 - 1526) mündete, grenzte er sich vom Radikalismus dieser Gruppen ab. 1530 verlas Philipp Melanchthon, ein Mitstreiter Luthers, vor dem Augsburger Reichstag ein von ihm verfasstes Bekenntnis. Luther unterstützte dieses Augsburger Bekenntnis, das sich für die reichsrechtliche Stellung des Protestantismus als grundlegend erwies. 1534 beendete Luther seine Übersetzung des Alten Testaments: Die erste deutschsprachige Gesamtausgabe der Bibel wurde veröffentlicht.

In den folgenden Jahren versuchte Martin Luther, die Reformation zu verankern. Dabei stieß er zunehmend auf Schwierigkeiten. 1546 reiste Luther nach Eisleben, um im Streit der Grafen zu Mansfeld zu vermitteln. Dort starb er, inzwischen alt und krank geworden, am 18. Februar desselben Jahres.