Ausstellungsraum 4: Exponate
   

Ein Sturm bricht los!


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Auslöser der germanischen Völkerwanderung waren

  • die Landnot im Nordosten Europas,
  • die wenig vorteilhaften klimatischen Bedingungen
  • und der Druck von außen, d.h. durch nach Westen ziehende Stämme der Steppen Russlands.

Die eigentliche Völkerwanderung wurde ausgelöst durch den Vorstoß der Hunnen nach Europa. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts drangen die Hunnen nach Südrussland vor und verursachten damit Fluchtbewegungen mehrerer germanischer Stämme und Völkerschaften, die sich wellenartig über Süd- und Westeuropa ausbreiteten.

Die germanische Völkerwanderung veränderte das Gesicht des spätantiken Europa grundlegend: Die germanischen Stämme verlagerten sich nach Westen und Süden und in den dadurch frei werdenden Raum in Mittel- und Osteuropa drängten slawische Völker nach. Die West- und Südwanderung der Germanen trug entscheidend zum Untergang des Weströmischen Reiches (476 n. Chr.) bei und mündete in die Herausbildung neuer, germanisch dominierter Staatswesen auf dem Boden des ehemaligen Weströmischen Reiches. Obwohl von all den neu errichteten Staaten nur dem Westgoten-, dem Langobarden-, dem angelsächsischen und vor allem dem Frankenreich eine längere Dauer beschieden waren, prägten die Bevölkerungsverschiebungen doch nachhaltig die politische, soziale und kulturelle Struktur des mittelalterlichen Europa.

Der Höhepunkt der Völkerwanderung fällt ins 4. bis 5. Jahrhundert n. Chr.