Ausstellungsraum 4: Exponate
   

Aus den Anfängen unseres Vaterlandes


Zoom

Die Ostarrichi-Urkunde vom 1. November 996.

Das älteste erhaltene Dokument, das die von den Babenbergern verwaltete Mark an der Donau, das Ursprungs- und Kernstück aller späteren babenbergischen und habsburgischen Herrschaften, des Habsburgerreiches der Neuzeit und schließlich auch das Österreich von heute als "Ostarrichi" bezeichnet, das älteste Zeugnis für den Gebrauch des Namens Österreich ist eine Pergamenturkunde aus dem Jahre 996. Sie wird heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt. Sie wurde am 1. November dieses Jahres vom jungen Kaiser Otto III. in Bruchsal für das bayerische Hochstift Freising ausgestellt und schenkt dieser Kirche einen Königshof mit 30 Hufen Land mit allem Zubehör in der Gegend von Neuhofen an der Ybbs, das hier ebenfalls erstmalig genannt wird. Die Schenkung liegt, wie es in der (lateinischen) Urkunde heißt, "in dem Gebiet, das in der Volkssprache Ostarrichi heißt, in der Mark und Grafschaft des Grafen Heinrich, des Sohnes des Markgrafen Leopold".

Der Sach- und Rechtsinhalt der Urkunde wurde wahrscheinlich im Jahre 1002 nachgetragen oder neu geschrieben, da das Siegel auf Heinrich II. und nicht auf Otto III. hinweist. Es handelt sich dabei um eine abermalige Bestätigung durch den Nachfolger und unterstreicht die Echtheit der Urkunde. Unterschriften, Datierung und Schlusswunsch stammen zweifellos aus der kaiserlichen Kanzlei Otto III. und datieren aus dem Jahre 996.